Sonntag, 26. Juni 2016

Absolution: Wie man eine Sünde überlebt - Jasmin Romana Welsch

Absolution: Wie man eine Sünde überlebt von Jasmin Romana Welsch 

Absolution - Jasmin Romana Welsch
Absolution ist ein Buch, das sich schwer in ein Genre stecken lässt. Kategorisiert ist es unter Fantasy, aber hier spielen noch ganz andere Elemente mit, die man ganz schwer fassen kann.

Print: 224 Seiten 
Verlag: Sternensand Verlag (22. März 2016)
Sprache: Deutsch 
IBAN: 3906829138
Preis Print: 12,95 €
Preis Ebook: 4,99 €

Der Inhalt

Mein Name ist Sixten. Ich denke, ich war ein durchschnittlicher Absteiger: unterbezahlt, launisch und auf das Leben und die ach so verkommene Welt schlecht zu sprechen. Da war mein kleines Drogenproblem, diese nervenaufreibenden Sitzungen bei Doktor Mattson und mein Kumpel Nils, der seit der Grundschule nicht gelernt hat, länger als zehn Stunden sauer auf mich zu sein. Summa summarum war mein Leben Mist, aber unkompliziert genug, um den Pessimismus in die tägliche Routine einfließen zu lassen. Ich hätte genau so weitergemacht, wäre nicht alles plötzlich unwirklich geworden. Auf einmal soll ich ein Todsünder sein und der Sklave eines Dämons werden das behauptet zumindest die sprechende Katze, die will, dass ich sie Meisterin nenne. Vielleicht habe ich auch einfach Wahnvorstellungen von der Kokserei bekommen. So oder so, mein Leben braucht eine Kehrtwende. Dann muss ich mich eben damit abfinden, dass es Himmel und Hölle gibt, auch wenn ich bisher Atheist war. Ich war ja auch ein gefühlskaltes Arschloch und finde mich jetzt damit ab, dass ich die Dämonen-Katze, die meine Seele verschachern will, irgendwie mag. Einer von uns wird trotzdem verlieren. Am Ende bin ich vielleicht tot, verrückt oder clean, aber das müsst ihr schon selbst herausfinden.

 
Die Charaktere

Sixten - Abgesehen von seinem ungewöhnlichen Namen, ist unser Protagonist noch im Bezug auf ganz andere Sachen ziemlich ungewöhnlich. Fangen wir doch mal damit an, dass er ein Junkie ist. Er ist eher ein Antiheld, als ein Held, seine Augen haben unterschiedliche Farben und ... Naja, er soll der Sklave eines Dämons werden. Ansonsten ist er allerdings ziemlich gewöhnlich. Er ist 26, wohnt im Haus seiner Großmutter, steht auf Frauen und ... Hab ich schon erwähnt, dass er der Sklave eines Dämons werden soll? Na, jedenfalls besitzt Sixten einen ziemlich eigenen Humor. Er ist der größte Pessimist und Narzisst, der mir je untergekommen ist und ruiniert sich ganz gerne mal sein Leben.

Layla - Unsere süße Dämonen-Katze. Sie ist mindestens genau so pessimistisch wie Sixten, will ihn an einen Seelensammler verkaufen, um ihren Körper auf die Erde zu schaffen und ansonsten ist sie eigentlich ziemlich süß. Graues Fell, grüne Augen und ca. 3 Kilo schwer. Eine süße kleine Mietzekatze mit ziemlich großem Ego und vorlauter Klappe.


Meine Meinung

Der Klappentext ist einfach ein Highlight. Sie sind für mich immer die Kriterien, ob ich ein Buch noch mal aus der Hand legen will, oder nicht. Und dieser Klappentext hat mich einfach magisch angezogen. Ich meine ... allein der Humor, der schon im Klappentext steht, verspricht eine wirklich außergewöhnliche Geschichte. Aus dem Leben eines Junkies.

Während wir mehr oder weniger sanft in die Geschichte eingeführt werden, wird Sixten das eher ... nicht. Er startet bei seinem Seelenklempner, auf den er wirklich überhaupt keine Lust hat. Er denkt eigentlich immer nur über sein nächstes High nach. Welche Probleme er hat, weiß er selbst ziemlich genau, aber darum kümmern will er sich eher nicht. Im Gegenteil. Er ist mehr der Typ Verdränger. Wäre er das nicht, wäre die Geschichte sicherlich nur halb so unterhaltsam. Klar, es klingt ziemlich hart, sich über das Leben eines Junkies lustig zu machen ... Aber ich liebe einfach Sixtens Humor, den er sich durch seine Bitterkeit angeeignet hat. Er ist schwarz, düster und selbstironisch.

Die Geschichte entwickelt sich dann irgendwann auch ziemlich rasant. Er wird zum Todsünder. Ziemlich unbewusst, aber shit happens. Muss er dann auch einsehen, denn schon steht eine kleine Katze vor ihm, die doch tatsächlich seine Meisterin sein will. Ich liebe diese kleine Katze. Sie erinnert mich an meine. Nicht, dass Lilly sprechen kann, aber Layla kann es. Sie hat eine ziemlich große Klappe und meckert erst mal schön über Sixten rum. Dabei sind die beiden sich so ähnlich, dass er ihnen nicht mal auffällt.

Jasmins Schreibstil ist dabei einfach fantastisch. Keinerlei Stileinbrüche, sie ist konsequent und der Lesefluss ist einfach ununterbrechlich. Ich habe das Buch in ein paar Stunden verschlungen. Leider hat es dann auch nicht so viele Seiten; das ist wohl auch das Einzige, das man der Geschichte vorwerfen kann.

Das Ende von Absolution ist dabei wirklich gut. Es ist das einzig Sinnvolle, was man meiner Meinung nach hätte schreiben können, ohne der Geschichte untreu zu werden. Die gesamte Geschichte war wirklich fantastisch, gut durchdacht und man trifft auf altbekannte Namen, wenn man sich schon mal ein bisschen mit dem Engels-Mythos befasst hat.


Wenn ihr also auf schwarzen Humor und eine endlich mal etwas andere Geschichte steht, die keinen Helden, sondern einen naiven Idioten als Protagonisten hat, kann ich euch Absolution wirklich empfehlen. Für mich ist es definitiv ein Jahreshighlight. 5 von 5 Sternchen.
Eure Caro

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    O.K. Danke für den Tipp..ich werde es im Auge behalten.

    Schönen Sonntag..LG..Karin...

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