Sonntag, 28. Februar 2016

Zwischen uns die Flut - Eva Moraal

Zwischen uns die Flut - Eva Moraal
Zwischen uns die Flut - Eva Moraal

Zwischen uns die Flut ist der Debütroman der niederländischen Schriftstellerin Eva Moraal. Das Buch ist eine Dystopie, welches sich mit einer Zukunft beschäftigt, die größtenteils vom Wasser bestimmt wird. Einfach klasse!

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch; Auflage: 1 (1. Mai 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3841503519
  • Preis Taschenbuch: 14,99€
  • Preis eBook: 13,99€

Klappentext

Zwei Familien, zwei Schicksale. Dazwischen eine Liebe, die nicht sein darf. Als Nina und Max sich ineinander verlieben, steht ein großes Geheimnis zwischen ihnen. Es wird ihre Wege auseinanderreißen und wieder zueinanderführen. Doch die Wahrheit kann zerstörerisch sein. Sie sät Zorn, wo Schuld gesucht wird. Und nur allzu schnell werden aus Opfern Täter. Eine atemlose Jagd nimmt mit einer Entführung ihren Anfang, und schon bald ist klar: Nichts ist, wie es scheint.


Meinung

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Der blau Buchschnitt ist ein wirklich Hingucker. Passend zur Thematik ist das Wort „Flut“ so wie Wasser dargestellt und die beiden Personen werden durch den Titel des Buches voneinander getrennt. Oben ist ein Junge bzw. Mann und unten treibt eine Frau in einem roten Kleid. Durch diese Aufteilung des Buches wird nochmal dargestellt, dass die Flut die Gesellschaft in zwei Lager gespalten hat.

Diese zwei Lager bestehen aus den „Trockenen“ und den „Nassen“. Die Trockenen leben in relativ sicheren Gebieten des Festlandes, in sogenannten GG. Sie führen ein sehr gutes Leben und werden fast vollständig vor dem Wasser geschützt. Es sind, sozusagen, die obere Gesellschaftsschicht, die sehr wenig auf die Nassen gibt.

Die Nassen stellen in dem Buch die untere Bevölkerungsschicht dar. Sie führen eher niedere Arbeiten aus, mache arbeiten sogar für Trockene und werden aus diesen Grund von den anderen Nassen, als Wattwanderer bezeichnet. Die Nassen leben in den äußeren Zonen des Landes und sind ständig in Gefahr, da sie quasi neben den Deichen und damit dem Wasser gefährlich nahe, wohnen. Die Nassen empfinden gegenüber den trocken meist nichts als Hass und Verachtung.

Auch Nina und Max lassen sich in diese beiden Lager einteilen. Nina ist die Tochter des Gouverneurs Brandsma und lebt im GG1 (Geschlossene Gemeinschaft 1). Dort haust sie in einer großen Villa, geschützt vor dem Wasser mit sehr vielen Hightech-Kram.
Max ist ein Nasser und lebt am äußeren Rand nahe den Deichen in einem heruntergekommenen Hochhaus. Wenn die Flut also zuschlägt, würde sein Zuhause mit als erstes überschwemmt werden. Max ist sehr gut in der Schule, hat aber wie alle Männer seiner Familie, das Problem seine Wut nicht richtig kanalisieren zu können. Seit sein Vater gestorben ist, hat Liam, Max großer Bruder, einige Eskapaden am laufen.

Die Handlung spielt in den Niederlanden. Informationen wie die Flut bzw. Überschwemmung entstanden ist, oder was aus der restlichen Welt geworden ist, bekommt man nicht. Das finde ich sehr schade. Dadurch wäre es noch interessanter geworden.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen. Sie spart Gefühlsduselein aus und konzentriert sich auf das wirklich wichtige. Dabei kamen mir an machen stellen aber die Gefühle zu kurz. Gerade als die beiden sich richtig näher kamen, war es mir ein bisschen platt. Das Buch besteht aus drei Teilen. Die Kapitel sind kurz gehalten und abwechselnd aus Max oder Ninas Sicht geschrieben. Das fand ich richtig super, da man so immer beide Seiten der Geschichte erfahren hat.

Nina muss aufgrund einer Überschwemmung ihrer Schule jetzt in eine nasse schule gehen und lernt dort sehr schnell Max kennen. Max interessiert sich relativ wenig für sie und empfindet eher Abneigung gegen sie, da sie eine Trockene ist. Seit dem Tod seines Vaters, für den er dem Gouverneur die Schuld gibt, ist er gegenüber den Trockenen noch mehr abgeneigt, als vorher schon. Am Anfang weiß er nicht, wer Nina wirklich ist, da sie unter einem falschen Nachnamen an der Schule ist.

Ninas Schwester ist während der Überflutung der Schule ums Leben gekommen und damit hat die ganze Familie zu kämpfen. Ums näher sich Max und Nina kommen, desto mehr will sie ihm die ganze Wahrheit erzählen, aber dazu kommt sie nicht und so nimmt alles seinen Lauf. Liam überredet Max sie zu entführen und den Gouverneur unter Druck zu setzen. Damit nimmt die Geschichte richtig fahrt auf.

Die Handlung baut sich am Anfang relativ langsam auf, aber nimmt mit zunehmender Story immer mehr fahrt auf. Am Ende ist es wirklich richtig spannend und sogar etwas traurig. Das Ende hat mich mit einigen Fragen zurück gelassen und ich hoffe, dass noch ein weiterer Teil in Planung ist. So kann es nämlich auf keinen Fall stehen bleiben.

Die Beziehung der beiden Protagonisten entwickelt sich langsam. Dafür sind die Gefühle aber stark ausgeprägt, auch wenn sie nicht immer so dargestellt werden. Die Verbindung der beiden zeigt, dass es egal ist, ob man nass oder trocken ist, die Liebe überwindet alle Grenzen.

Fazit

Toller Debütroman der niederländischen Autorin. Dieser Dystopieroman hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen und nicht so schnell wieder losgelassen. Die kurzen Kapitel aus den unterschiedlichen Sichten sind super, da man beide Sichtweisen und Gefühle erfährt und es sich damit auch nicht langweilig zieht. Es war sehr spannend, die beiden Protagonisten zu erleben und zu sehen wie der Plot der Handlung aufgelöst wurde. Ich hoffe wirklich, dass es noch einen zweiten teil geben wird. Der erste ist auf jeden Fall richtig gut! Ich kann das Buch jeden empfehlen, der gerne Dystopien liest und mal etwas neues erleben will! Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen, weil mir doch ein paar Hintergrundinformationen über die Überschwemmung und das Leben außerhalb des Festlandes gefehlt hat. Sonst war es genial!
                                                                                    Eure Michelle


Mein Dank geht an den Oetinger Verlag, dass ich das Buch lesen durfte! Vielen Dank.

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