Dienstag, 19. Januar 2016

Zwei Seiten einer Mauer - Caro

Zwei Seiten einer Mauer von Alexander Stapper

Zwei Seiten einer Mauer - Alexander Stapper
Zwei Seiten einer Mauer ist der erste Teil einer Dystopie Reihe und gleichzeitig das Debüt für Alexander Stapper. Vorneweg möchte ich sagen, dass die Rezension einige Spoiler beinhalten kann.
  • Taschenbuch: 348 Seiten
  • Verlag: Books on Demand (1. Auflage: 2. Dezember 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 3739212071
  • Preis (eBook): 2,99€
  • Preis (Taschenbuch): 12,95€

Der Inhalt

'Unter Theos Füßen, die von der Mauer herabbaumeln, haben sich einige von ihnen angesammelt. Sehen kann er sie nicht. Einzig das leise Kratzen am Stein und das Röcheln sagen ihm, dass sie da sind. Bestimmt greifen ihre Hände nach seinen Füßen. Ob sie wohl irgendwann begreifen, dass ihre Bemühungen völlig sinnlos sind? Sie können es noch so oft versuchen, die letzten Meter fehlen am Ende doch. Die obere Kante bleibt für sie unerreichbar.' Nach einer weltweiten Epidemie wächst Theo hinter einer hohen Mauer auf, die ihn vor den Infizierten beschützt. Die Katastrophe liegt weit zurück, Ordnung und Struktur sind wieder eingekehrt. Doch eines Abends macht er eine Entdeckung, durch die sein gesamtes Weltbild ins Wanken gerät.

 

Die Charaktere

Theo – Um ihn dreht sich das Ganze. Theo ist ein Teenager, gefangen hinter einer Mauer und gefangen im Alltag. In der Langeweile. Er geht zur Schule, wenn auch widerwillig, lebt zusammen mit seiner Familie in einem kleinen Haus und streitet sich regelmäßig mit seinen Eltern. Und wie jeder Teenager steht er wahnsinnig darauf Regeln zu brechen. Er ist ein recht gebildeter Kerl, der in seiner Freizeit liebend gerne Bücher verschlingt. Und Hanna anschmachtet, seine beste Freundin. Wenn er nicht gerade mit Pitz Fenstern spielt.

Hanna – Hanna ist Theos beste Freundin. Sie ist ziemlich cool drauf, verdammt abenteuerlustig und was immer Theo macht, sie ist auf jeden Fall dabei. Sie geht mit Theo und Pitz in eine Klasse, ist aber im Gegensatz zu Theo aufmerksamer im Unterricht. Sie ist ein unglaublich liebes Mädchen mit einer starken Meinung.

Pitz – Pitz ist Theos bester Freund. Zusammen mit Hanna sind die drei eigentlich unzertrennlich. Er ist ein witziger und unglaublich intelligenter Junge. Ab und zu stottert er ein bisschen, wenn er aufgeregt ist, aber das macht ihn eher sympathisch. Jeder muss seine Fehler haben.


Meine Meinung

Ehrlichicherweise muss ich gestehen, dass ich aufgrund des Klappentextes etwas anderes von diesem Buch erwartet hatte. Und nein, ich lese bewusst keine anderen Rezensionen im Vorfeld, um dem Autor eine gänzlich neutrale Meinung und Beurteilung zu Teil werden zu lassen, ohne dass ich durch andere Meinungen unbewusst beeinflusst werde.

Das Buch ist sehr gesellschaftskritisch und in regt in dieser Sache auch ziemlich zum Nachdenken an. Vor allem, wenn man auch noch die jüngste deutsche Geschichte im Hinterkopf behält. Wer sich gerne mit solchen Dystopien beschäftigt, der ist hier definitiv an der richtigen Stelle.

Ich habe mir allerdings unter dem Buch mehr etwas wie Day Z oder I Am Legend vorgestellt. Wer also auf eine actionreiche Zombieapokalypse hofft, wird hier leider etwas enttäuscht. Ich weiß allerdings nicht, wie Alex das in dem Folgeband halten wird, deswegen kann ich hier nur von diesem Buch sprechen.

Was den Schreibstil betrifft, sind ein paar Schwächen dabei, es sind aber auch Stärken dabei. So finde ich zum Beispiel vor allem die Szenen, in denen Theo, Hanna und Pitz zusammen sind, sehr authentisch. Vor allem die Annäherungsversuche zwischen Hanna und Theo haben mir gefallen, weil die verwirrenden Gefühle wirklich gut getroffen wurden – erste Liebe, beste Freunde, das kann schon ziemlich verunsichern.

Weniger gefallen haben mir dafür die letzten Kapitel. Vor allem wenn der Direktor, bzw. der Verwalter der Stadt, involviert war, war ich wenig begeistert. Seine Reaktionen waren oft überzogen und wirkten teilweise wenig authentisch. Es gibt zeitweise auch Stellen und Personen, die recht deplaziert wirken und sich gänzlich entgegen ihrer Rolle verhalten. So ist es eher seltsam, dass die Führungsperson (hier Tiesing) vor einem „Untergebenen“ (Antelmann) zurückschreckt. Hier hätte eine Führungskraft etwas dominanter auftreten sollen.

Kurzum, wer Bücher mit Weltuntergangszenarien, Dystopien an sich und gesellschaftskritische Geschichten mag, der wird hiermit seine helle Freude haben. Diese Gedanken hat Alex auf jeden Fall sehr gut umgesetzt und sich auch auf jeden Fall damit auseinandergesetzt, was alles an Szenarien passieren könnte. Actionliebhaber werden hier allerdings etwas zu kurz kommen. Wer eine Aufklärung haben möchte, warum die Epidemie überhaupt ausgebrochen ist und im was für eine Art es sich handelt, der wird hier auch enttäuscht werden, aber ich bin mir sicher, dass Alex das im Laufe der Reihe auf jeden Fall nachholen wird.

Für ein solides Debüt, das allerdings leider nicht ganz meine vorherigen Erwartungen getroffen hat, gebe ich 3,5 Sterne. Ich freue mich trotzdem auf die Folgebände und hoffe, dort ein bisschen mehr aufgeklärt zu werden.
Eure Caro

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