Dienstag, 29. Dezember 2015

Der Turm der Raben

Der Turm der Raben von Kate Forsyth


Der Turm der Raben - Kate Forsyth
Der Turm der Raben ist der erste Teil von Kates Rhiannon Reihe. Genau genommen ist es nur eine Geschichte einer ganzen High Fantasy Saga, die sich Kate geschaffen hat. Die Vorgeschichte zu Rhiannon wäre wahrscheinlich die Saga um den Magischen Schlüssel. Blanvalet hat das EBook zu der Saga neu aufgelegt. Es sieht nun viel mystischer und wesentlich ansprechender aus.


  • Taschenbuch: 577 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (1. Auflage: 21. Dezember 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B018M17QHS
  • Preis eBook: 6,99€


Der Inhalt

Rhiannon ist nicht wie die anderen Satyricorns, denn da ihr Vater ein Mensch war, sind ihr niemals Hörner gewachsen. Rhiannon ist eine Außenseiterin, und schon bald werden die anderen Satyricorns sie töten. Doch eines Tages sieht sie eine Herde geflügelter Pferde am Himmel vorbeiziehen – und plötzlich weiß die junge Frau, was sie tun muss …

 



Die Charaktere

Rhiannon - Wie der Buchtitel schon sagt, ist Rhiannon die, um die sich hier alles dreht. Abgesehen davon, dass der Name wunderschön klingt, ist auch das Mädchen wunderschön. Sie hat dunkle, lange Haare und Augen so blau und grau wie die stürmische See. Rhi ist eine halbe Satyricorn. Man kann sie wohl am Besten mit Satyrn vergleichen, der Name ähnelt ja auch. Nur dass ihr eben keine Hörner gewachsen sind. Ihr Vater war ein Mensch - und im Gegensatz zu den anderen Halbwesen in ihrem Stamm, ist bei ihr die menschliche Seite nunmal mehr vertreten. Das merkt man auch an ihrem Handeln. Während andere Satyricorns brutal und ohne Zögern handeln, ist Rhiannons Gewissen überaus ausgeprägt. Sie fühlt sich unwohl in ihrem Stamm. Sie weiß, dass das Verhalten dort falsch ist. Und dann hat sie ihre Chance zu fliehen und gerät in die Welt der Hexen und Menschen und es überwältigt sie. Sie lernt unglaublich schnell, was gutes Benehmen bedeutet, wie man sich zu zeigen hat - und was Gefühle noch alles bewirken können. Kurzum, sie ist ein wirklich intelligentes, sympathisches und unglaublich starkes Mädchen.

Lewen - Lewen ist ein Hexenlehrling. Er hat sich den Winter über beurlauben lassen, weil er sich überarbeitet hat. Burnout gibt es eben auch in anderen Welten ;) Einen Tag vor seiner Abreise zurück zur Theurgia, wie die Hexenschule heißt, findet er ein Mädchen auf einem geflügelten Pferd - beide bewusstlos. Lewen scheint der Einzige zu sein, der zu dem Mädchen durchdringen kann. Er nennt sie Rhiannon, da sie keinen Namen zu haben scheint und wie es nunmal ist, wenn man so jung ist, verliebt er sich augenblicklich in sie. Ihre wilde Art fasziniert ihn. Und er ist der totale Gegenpol zu Rhi. Er ist ruhig, ausgeglichen und sanftmütig. Er scheint immer zunächst die Bedürfnisse anderer im Sinn zu haben und erst dann seine eigenen. Das macht ihn unfassbar sympathisch.

Nina - Sie ist die Wanderhexe, die Lewen damals zu seiner ersten Reise an die Theurgia begleitet hat. Sie ist eine sehr gute Freundin seiner Mutter und sie und Lewen verstehen sich prächtig. Nina hat auch hier die typische Mutterrolle. Sie ist wie ein Fels in der Brandung. Unglaublich standhaft, hinterfragt viel und hat immer den richtigen Riecher. Sie weiß, wem man wann und wie viel vertrauen sollte. Und ihre wunderschöne Stimme ist nur das Plus obendrauf. Sie und ihr Mann Iven sind Jongleure und ziehen mit ihren Wohnwagen und ihrem Sohn Roden durch die Städte, um Hexenlehrlinge zu finden und ihre Dienste anzubieten. Sie sind eine wirklich liebevolle kleine Familie.

Es gibt bei dieser Geschichte viele Charaktere, die man kennen lernen muss. Das verwirrt einen von Zeit zu Zeit, aber ist wirklich lohnenswert.


Meine Meinung

Der Klappentext war nicht wirklich aufschlussreich, muss ich zugeben. Aber das hat mich neugierig gemacht. Und ich hätte nicht gedacht, dass ich so überrascht werde.

Kates Schreibstil ist ein wenig märchenhaft. Er ähnelt Tolkiens Kleinem Hobbit. Farbenfroh,detaillreich und bildhaft. Das macht es am Anfang ein bisschen schwer wo noch nicht viel passiert, aber für die Actionszenen (und die ein oder andere nicht so ganz jugendfreie ist auch dabei ;) ) ist das natürlich richtig gut. Man sieht die Bilder wie im Kino vor den Augen vorbeiziehen.

Nun zur eigentlichen Geschichte. Ich finde, der Anfang war recht schleppend. Viele sagen, dass sie genau den ganz schön fanden. Ich fand ihn auch schön. Aber eben doch etwas ... schleppend. Man beschäftigt sich eine ganze Weile sehr stark mit Rhiannons Situation. Und die hatte ich ehrlich gesagt nach zwei Seiten schon verstanden. Aber umso weiter ich in dem Buch war, umso besser gefiel mir alles. Mir gefielen die wirklich schön gestalteten Charaktere, die Welt und die Geschichten, die Kate aufgebaut hat. Es geschieht nicht sagenhaft viel in dem Buch - aber eben das zeichnet High Fantasy so von den Romantasy Geschichten dieser Zeit so ab. Man muss nicht die ganze Zeit kämpfen, um gefesselt zu werden. Manchmal reichen schöne Landschaften und ausgeprägte Charaktere. Denen man manchmal natürlich auch am liebsten den Kopf abreißen würde.

Ich bin nicht ganz sicher, ob man nicht besser vorher Kates Der Hexenturm (Der Magische Schlüssel 1) lesen sollte, da hier immer mal von Geschichten und Personen die Rede war, die mir zunächst nichts gesagt haben. Hinten im Buch ist ein Glossar. Aber ich hatte natürlich ein eBook, und da ist es ein bisschen anstrengend immer hin und her zu blättern. Vielleicht werden die wichtigsten Mythen ja in der Reihe um den Magischen Schlüssel geklärt. Aber ich fand es auch ganz aufschlussreich das Glossar erst zum Schluss lesen zu können.

Kurzum, das Buch ist etwas für Liebhaber. Wenn ihr nicht viel mit High Fantasy anfangen könnt und gerne schnell aufgebt, wenn das Buch euch nicht nach 10 Seiten fesselt, wird das hier nichts für euch sein. Wenn ihr aber Durchhaltevermögen zeigt, werdet ihr absolut begeistert sein! Es waren durchaus ein paar Wendungen dabei, die ich so nicht gesehen hatte.

Knappe 4 von 5 Punkten für den schwachen Beginn der Geschichte, die sich dann aber wirklich toll entwickelte und mich nicht mehr aus ihren Fängen ließ.

Eure Caro

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    schon ziemlich magisch die ganze Geschichte, wie ich finde mit geflügeltem Pferd usw. Aber auch ziemlich real...mit dem Burnout bei dem Hexenlehrling Lewen....da musste ich schon mal etwas schmunzeln.

    Ich für meinen Teil werde "Der Turm der Raben von Kate Forsyth" mal im Auge behalten, auch wenn ich normalerweise kein Fan von Mehrteilern bin. Und auf meine WuLi setzen.

    LG..Karin....

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